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Mönchsroth

www.moenchsroth.de

Der Ortsnahme lautete ursprünglich nur Roth und bezeichnete eine hier um die Jahrtausendwende erfolgte Rodung. Am Anfang des 12. Jahrhunderts stifteten Graf Hermann von Leiningen (bei Bad Dürkheim) mit seiner Gemahlin Adala und Graf Diemo von Prozelten (bei Wertheim) hundert Huben (Hofanteile an der Ackerflur) im Bachgrund der Rothach dem Benediktinerkloster Hirsau, um hier "im Roth" Mönche anzusiedeln. Daraus entwickelte sich am Ostende des bestehenden Dorfes ein eigenes Kloster, von dem nur noch die Kirche St. Peter und Paul (jetzt Friedhofskirche bzw. Klosterkirche) und Teile des Mauerrings übrig geblieben sind. Die Gemeinde verwendet das geminderte Wappen der Grafen von Leiningen (in Blau drei silberne Adler unter einem roten Turnierkragen).

Im Kloster hatte der Abt, dessen Stab ebenfalls im Wappen zu sehen ist, zwar die geistliche Aufsicht über die Mönche, nicht aber das Recht, die Klostergüter zu verwalten. Dafür war der jeweilige Probst zuständig, der meist in Hirsau vorher das Amt des Abtes innegehabt hatte. Das Kloster Mönchsroth besaß z.B. das Patronatsrecht über die Kirche St. Vinzenz in Segringen, die Mutterkirche von Dinkelsbühl und damit auch über die Pfarrkirche St. Georg in der freien Reichsstadt!

Ursprünglich war Mönchsroth reichsfrei, wurde aber mehrfach an die Grafen von Öttingen verpfändet (zuletzt 1347). Weil das Kloster nicht ausgelöst wurde, blieb es unter der öttingischen Schutzvogtei. Im Bauernkrieg wurde es 1525 total ausgeplündert und niedergebrannt. Die Linie Öttingen - Öttingen ließ es nach dem Wiederaufbau 1564 säkularisieren, weil sie zur evangelischen Religion übergetreten war. Mönchsroth blieb aber auch protestantisch, als es nach dem Aussterben dieser Linie an die katholischen Fürsten von Öttingen - Spielberg fiel, welche hier ein eigenes Amt errichteten. Nach dem Übergang an das Königreich Bayern gab es in Mönchsroth bis 1850 ein fürstliches Patrimonialgericht. Die große Bedeutung dieser Adelsfamilie kommt durch die Übernahme des Andreaskreuzes im Gemeindewappen zum Ausdruck. Der goldene Balken symbolisiert den Limes, die ehemalige römische Reichsgrenze, welche das hiesige Gebiet durchschneidet.